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Leader Region NÖ Süd beim Know-how Transfer in Sachsen

Leader Region NÖ Süd beim Know-how Transfer in Sachsen

Der von der Leader Region NÖ Süd (Schwarzatal-Schneebergland-Semmering/Rax) initiierte Demographie-Check geht in die finale Phase. Herausforderungen wie Bevölkerungsrückgang und Alterung standen im Fokus des Prozesses. Um die Projektergebnisse abzurunden und sich noch einige neue Impulse für die eigene Region zu holen, lud die Region ihre Akteur/innen zur Exkursion nach Sachsen. Am 18. Und 19. Oktober fuhren insgesamt 17 TeilnehmerInnen mit dem Reisebus nach Dresden. Die Bandbreite der Informationen ging von „Mitalternden Wohnungen“ bis hin zu Lösungen im öffentlichen Verkehr.

Warum Sachsen als Beispiel guter Praxis?
Wie Heike Zettwitz, Referentin der Sächischen Staatskanzlei, den ExkursionsteilnehmerInnen rund um Bgm. Obfrau Gölles Weltkulturerberegion Semmering- Rax, Bgm. Johann Hainfellner und Regionalmanager DI Andreas Weiß anhand aktueller Statistiken zeigt, ist die Bevölkerungszahl des 1990, nach dem Mauerfall gegründeten Freistaats, seit dessen Gründung rückläufig. Die Einwohnerzahlen der Städte Dresden und Leipzig konnten in den vergangenen Jahren Zuwächse verzeichnen, ebenso teilweise ihr Umland. Dresden erlebte so zwischen den Jahren 2000 bis 2011 eine Zunahme von annähernd 52.000 Einwohnern, Leipzig im selben Zeitraum eine Zunahme von mehr als 38.600 Einwohnern. Beiden Städten wird ein weiteres Wachstum bis 2020 prognostiziert. Der ländliche periphere Raum, so Zettwitz weiter, schrumpfe stetig. Sachsen ist einer der Länder Deutschlands dass Demographie bereits vor längerer Zeit zur „Staatsaufgabe“ gemacht hat und seither wegweisende Reformationen und Projekte umgesetzt hat. Dabei geht es der LEADER-Region NÖ Süd, wie Josef Wallenberger, schärfte nicht um kopieren, sondern um kapieren.

Welche Lösungsansätze gibt es in Sachsen – gute Praxis im Freistaat
Am ersten Exkursionstag teilte Hans Jürgen Pfeiffer vom Zweckverband Oberlausnitz (ZVON) – einer von insgesamt fünf Zweckverbänden in Sachsen, seine Erfahrungen mit neuen Modellen des Personennahverkehrs mit den ExkursionsteilnehmerInnen. Der ZVON sei stolz darauf, dem Kunden einheitliche Tarife für Zug und Bus anbieten zu können. Auch spezielle Kombi-Angebote wie das Euro-Neisse-Ticket würden sich größter Beliebtheit erfreuen, resümiert Pfeiffer. Sinkende Fahrgastzahlen in den ländlichen Regionen würden es völlig unwirtschaftlich machen gewisse Routen überhaupt noch zu bedienen, schildert Pfeiffer. Trotzdem sähe er es als seine Verpflichtung an, den Menschen am Land Mobilität zu gewährleisten und den Fahrplan weiterhin einhalten zu können. Eine zufriedenstellende Lösung fand der ZVON, so Pfeiffer z.B. im Modell Rufbus wo es darum geht, dass der Bus laut Fahrplan fährt, aber ausschließlich dann wenn ihn der Kunde telefonisch vorbestellt hat.

Ing. Rainer Richter vom Verband Sächischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) referierte im Anschluss über sein Modell der „Mitalternden Wohnungen“. Jeder sechste Sachse lebt statistisch gesehen, laut Richter, in einer Wohnung die von einer der insgesamt 229 Wohnungsgenossenschaften des VSWG verwalten wird. Richter geht mit der Gestaltung „seiner“ Wohnungen neue Wege. Mehr Pflegebedürftige stünden immer weniger Pflegenden gegenüber. Ein Lösungsansatz zu dieser Herausforderung könnten die „Mitalternden Wohnungen“ bieten die der VSWG anbietet. Zielgruppe für „Richters Wohnungen“ sind ältere Menschen die sich eine Wohnung wünschen die auf ihre Bedürfnisse sowohl baulich als auch technisch maßgeschneidert ist. Einerseits werden die Wohnungen „barrierearm“ angeboten (breite Türstöcke etwa) anderseits sind die Wohnungen mit umfassender Technik so genannter AAL ausgestattet. Über ein Menü im Steuerungspanel kann der Bewohner seine Wohnung bedienen. Die Technik kann modular je nach den individuellen Bedürfnissen zugeschaltet werden und reicht von Medikamentenerinnerung bis über Rauchmeldung und automatischem Absetzen eines Notrufes bei der Feuerwehr. Mit über 8 EUR pro Quadratmeter für die Vollausbaustufe sind dieser Art umgebaute Wohnungen allerdings nicht ganz billig. Außerdem betont Richter, dass keine Technik die menschliche Fürsorge „die warme Hand“ ersetzen wird können.

Weiters referierte Frank Krone vom sächsischen Innenministerium über Gebiets- und Verwaltungsreform der letzten Jahre.

Resümee: Auch wenn die LEADER-Region sicherlich nicht direkt mit dem Freistaat vergleichbar ist, können Impulse für das eigene Gebiet mitgenommen werden.

Details bzw. weitere Informationen: LEADER-Management Niederösterreich Süd www.leader-noe-sued.at Hauptplatz 1/1/4, 2620 Neunkirchen, DI Martin Rohl, Geschäftsführer, m.rohl@leader-noe-sued.at 0676 81220332

 

 

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