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Lehre in Ungarn: Imageprobleme und weniger Praxis als in Österreich

Lehre in Ungarn: Imageprobleme und weniger Praxis als in Österreich

Lehrlingsausbilder und FachexpertInnen erfuhren im Rahmen einer Exkursion am 25. März 2013 nach Györ Details über die Duale Bildung in Ungarn, die seit Jahresbeginn eingeführt wird. Ermöglicht wurde diese Exkursion im Rahmen des Projektes NetLab des Regionalverbandes Industrieviertel-Projektmanagement.
Relativ wenig Praxis für Lehrlinge
Was vor allem überwog, war Staunen: mit der Einführung der Dualen Bildung in Ungarn soll die Qualität der Fachausbildung erhöht werden, was in Bezug auf das geplante Ausmaß der Praxis aber so nicht gelingen wird, meinen die österreichischen Exkursionsteilnehmer wie Richard Winkler von der Schaeffler Austria GmbH in Berndorf: „Das ist aber nicht gerade viel Praxis, die die Lehrlinge im Betrieb machen. In Österreich verbringen die Lehrlinge 2/3 ihrer Zeit in Betrieben – in Ungarn nur 1/3.“ Und in den Fachschulen in Ungarn steht die praktische Ausbildung mit 1,5 Stunden pro Woche auch nicht gerade im Mittelpunkt.
Keine Fortbildung für Ausbilder
Als Lehrlingsausbilder in Betrieben werden erfahrene Mitarbeiter fungieren – ohne vorhergehende Schulung oder Erfahrung im Unterrichten von Jugendlichen. Unvorstellbar für eingefleischte Ausbilder wie zum Beispiel Karl Postl von Baumit (Wopfing): „Das muss man leben, das muss man wirklich gerne machen – und auch können.“
Interessanter Fonds für Ausbildungsbetriebe
Interessant war eine Förderung, die es in Ungarn gibt – und in Österreich in dieser Form nicht: Jeder Betrieb zahlt einen bestimmten Prozentsatz an Lohnnebenkosten für jeden Mitarbeiter in einen Fonds ein. Daraus können wiederum Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, für jeden Lehrling eine finanzielle Unterstützung lukrieren. „Ein interessanter Ansatz,“ meint Günter Kastner von der Arbeiterkammer NÖ, „der eventuell eine Anregung für Betriebe sein könnte, auch auszubilden und etwas von dem Geld, das man selber einzahlen muss, wieder zu bekommen.“

Im Rahmen des Projektes werden in der nächsten Zeit verschiedene Exkursionen und Workshops zum Thema Duale Bildung veranstaltet.
Die nächsten Termine:

  • Exkursion „die Duale Bildung in der österreichischen Praxis“ am 17. April 2013 in Neunkirchen/Ternitz; nähere Informationen hier
  • Workshop zum Thema „Image der Lehre“ am 25. April 2013 in Szombathely, Programm ist noch in Ausarbeitung

Weitere Informationen: Mag. Barbara Maca (Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement), T: +43 676 81220555, M: b.maca@industrieviertel.at

Das Projekt NetLab (Network for Labourmarket Cooperation in the Border Region HU-AT) wird im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Kooperation ÖSTERREICH UNGARN 2007-2013, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, und Ungarn gefördert.

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