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LR Schwarz: Schneebergland auf dem Weg zur Modellregion „aktives Altern“

LR Schwarz: Schneebergland auf dem Weg zur Modellregion „aktives Altern“

Neue Formen der Nahversorgung, generationengerechtes Bauen, organisierte Nachbarschaftshilfe für Ältere im Alltag: das Schneebergland ist dank zahlreicher Pilotmaßnahmen im Rahmen des EU-Projektes Active Ageing auf dem besten Weg, eine Modellregion für aktives Altern zu werden. Auch nach dem Projektabschluss, der am 27.10.2014 in Bad Fischau mit einem Festakt begangen wurde, leben die gestarteten Initiativen weiter – getragen von Region, Gemeinden und engagierten BürgerInnen.

LR Mag. Barbara Schwarz betont im Rahmen der Abschlussveranstaltung des EU-Projektes Active Ageing wie wichtig es ist, aktives Altern zu ermöglichen: „Lebensqualität, Gesundheit und Teilhabe am sozialen Leben bis ins hohe Alter zu gewährleisten ist kein Luxus, sondern eine dringende Notwendigkeit. Das Projekt hat durch verschiedene regionale mit Betroffenen und Verantwortlichen abgestimmte Maßnahmen wichtige Initiativen gestartet, um Integration und Unabhängigkeit in zunehmendem Alter sicher zu stellen. Damit soll dem langfristigen Ziel des Projektes, das auch der größte Wunsch der älteren Bevölkerung ist, der Weg geebnet werden: möglichst lange im sozialen und regionalen Umfeld verbleiben zu können.“

Schneebergland: Pionier in Sachen aktives Altern

Aus dem Schneebergland soll eine Modellregion für aktives Altern werden. „Als Pilotregion haben wir den Vorteil, ganz neue Maßnahmen ausprobieren zu können“, so der Obmann des Schneeberglandes, Bgm. Josef Laferl: „Themen wie Mobilität, Gesundheit, öffentlicher Verkehr, sozialer Zusammenhalt sind wichtige Ansatzpunkte. Dieser umfassende Zugang ist neu und macht uns zu Vorreitern.“

„Das Schneebergland hat das Thema demografischen Wandel im ‚Leader‘-Demografie-Check als erste Region in NÖ aufgegriffen“, berichtet DI Martina Sanz, Kleinregionsmanagerin im Schneebergland, nicht ohne Stolz. Die Region ist sehr inhomogen. Die steigende Lebenserwartung, das Aufbrechen alter Familienstrukturen und die Abwanderung aus abgelegenen Gebieten verlangen nach auf die Gemeinden abgestimmten passgenauen Lösungen. Gemeinsam mit ihrer ungarischen Partnerregion Keszthely geht die Region Schneebergland im EU-Projekt Active Ageing diese Herausforderung mit viel Initiative an.

Eine Umfrage im Rahmen des Projektes hat ergeben: die Bevölkerung des Schneeberglandes hat eine sehr starke Bindung an ihre Gemeinde. Ihr größter Wunsch ist, vor Ort alt werden zu können, am liebsten im eigenen Haus. „Die Voraussetzungen dafür fehlen jedoch noch“, so Sanz. Die Befragten würden sich kaum mit dem Altwerden beschäftigen, so die Kleinregionsmanagerin: „Die Gemeinden sind als Vordenker, Gestalter der Rahmenbedingungen und Impulsgeber gefragt.“

Engagierte Gemeinden und BürgerInnen tragen die Maßnahmen nach Projektende weiter

Verschiedene Maßnahmen wurden in „Active Ageing“ initiiert, die nach Projektende in der Region weitergeführt werden. Eine davon ist die „Mobile Hilfe“, die in mittlerweile vier Gemeinden im Schneebergland – Hohe Wand, Schrattenbach, Grünbach und Würflach – eingeführt wurde. Lokale ehrenamtliche Helfer wie Franz Gratzer gehen älteren MitbürgerInnen ihrer Heimatgemeinde zur Hand, wenn Familienangehörige keine Zeit haben, aber Glühbirnen gewechselt werden müssen, im Krankheitsfall der Hund Gassi geführt werden muss oder etwa der Wasserhahn tropft: „Ich kümmere mich um die ‚Hotline‘. Wir sind acht Frauen und Männer und teilen uns die Anfragen nach Können auf.“

Generationengerechtes Bauen und Wohnen war ebenfalls ein Schwerpunkt im Projekt, der zu nachhaltigen Veränderungen in der Region geführt hat. Zwei Pilotgemeinden, Bad Fischau-Brunn und Gutenstein, wurden auf ihre „Tauglichkeit“ für die ältere Wohnbevölkerung analysiert. Die Vorschläge, die daraus hervorgingen, wurden auch gleich mit Kostenschätzungen verbunden, um eine Umsetzung kalkulierbar zu machen. „Das Projekt hat bei uns einen Denkanstoß ausgelöst“, so Johannes Seper, Bürgermeister in Gutenstein: „Davor haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht, jetzt rüsten wir die Gemeinde Schritt für Schritt nach.“ Der fachliche Berater der Aktion, Ing. Reinhard Hackel, Baumeister aus Gutenstein, weist auf die Möglichkeit hin, daraus sogar ein Profil zu entwickeln: „Man kann die Generationen-Tauglichkeit auch als Chance sehen, seine Gemeinde zu positionieren.“

Viele Erinnerungen der älteren MitbürgerInnen sind für die lokale Geschichte der Region wichtig. Damit diese für die Nachwelt bewahrt werden, wurde das „Regionsarchiv“ in drei Gemeinden im Schneebergland (Würflach, Waldegg und Markt Piesting) ins Leben gerufen. Erzählungen über das Leben und Begebenheiten von damals, Dokumente und Fotos werden von engagierten BürgerInnen laufend gesammelt und kostenlos online veröffentlicht. Einer von ihnen ist Hannes Katzer aus der Gemeinde Waldegg: „Die älteren Menschen unter uns können jüngeren, die sich den Alltag vor 50, 70 oder gar 80 Jahren kaum vorstellen können, damit von früher erzählen und Ereignisse wieder aufleben lassen.“ Dieses Wissen, das damit der Nachwelt zugänglich gemacht wird, trägt auch zum besseren Verständnis der Generationen für einander bei.

Auch andere Themen wie etwa die Nahversorgung, Wissensweitergabe oder Mentoring für Betriebe wurden im Projekt bearbeitet. Ein Dankeschön richten die Regionsvertreter Laferl und Sanz an die Projektleiterin Mag. Dr. Ingeborg Derkits vom Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement: „Ohne die professionelle Projektleitung wären wir nie so weit gekommen.“

Die Präsentationen des Tages finden Sie untenstehend als PDF zum Download.

Weitere Informationen: Mag. Dr. Ingeborg Derkits (Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement), T: +43 67681220339, E: i.derkits@industrieviertel.at

Das Projekt Active Ageing (Interregionale Zusammenarbeit zur Förderung von Active Ageing in Pilotgemeinden in Österreich und Ungarn) wird im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Kooperation ÖSTERREICH-UNGARN 2007-2013 durch den Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung, das Seniorenreferat des Landes NÖ und Ungarn gefördert.

 

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