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Studierende & der Arbeitsmarkt: Praxiserfahrung ist das Wichtigste

Studierende & der Arbeitsmarkt: Praxiserfahrung ist das Wichtigste

Im Rahmen der letzten Arbeitsmarktanalyse des Projektes NetLab des Regionalverbandes Industrieviertel-Projektmanagement wurden 11 StudentInnen in Österreich und 10 in Ungarn über ihre Einstellung zur Arbeit neben dem Studium befragt. Die Notwendigkeit des Sammelns von Praxiserfahrung (auch fachfremd) hat einen hohen Stellenwert, ebenso wie die Notwendigkeit, Geld zum Leben zu verdienen. Die Frage, ob sie dabei Konkurrenz für andere gering Qualifizierten am Arbeitsmarkt sind, ist schwer zu beantworten.

Arbeiten, um sich das Studium leisten zu können & wichtige Praxiserfahrung zu sammeln
Die Hauptmotive, sich Arbeit zu suchen sind für österreichische StudentInnen vor allem finanzielle Gründe – man muss arbeiten, um sich die Existenz/das Studium sichern zu können. In Ungarn sieht es ähnlich aus, jedoch steht für Studierende dort die Notwendigkeit, berufliche Erfahrung sammeln zu müssen, im Vordergrund.
Generell schätzen die Studierenden die Bedeutung von Berufserfahrung sehr hoch ein – mit einem abgeschlossenen Studium alleine, ohne praktische Erfahrung, glaubt niemand, einen Job finden zu können. Was jedoch weniger im Vordergrund steht, ist fachspezifisch berufliche Erfahrung zu sammeln – es ist eher die Vereinbarkeit von Beruf und Studium, auf die es den jungen Leuten ankommt. Dass dadurch oft nur fachfremde Berufserfahrung gesammelt werden kann, ist ihrer Meinung nach auch deshalb kein Problem, da sie sich dabei wichtige „soft skills“ wie Teamfähigkeit, Erfahrung bei Bewerbungsgesprächen, Erfahrung im Umgang mit Menschen aneignen können, die im späteren Berufseinstieg wichtige Vorteile bringen.
Woran StudentInnen beider Länder Kritik üben, sind unbezahlte Praktika. Sie seien in manchen Studienrichtungen verpflichtend und würden generell immer mehr zur Norm. Dabei schwingt für sie jedoch auch eine Geringschätzung ihrer Arbeitsleistung mit, die eigentlich honoriert werden sollte.

Arbeitsplatzkonkurrenz zu gering Qualifizierten nicht eindeutig beantwortbar
Die befragten Studierenden haben bis dato nicht die Erfahrung gemacht, mit anderen gering Qualifizierten, die am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen versuchen, in Konkurrenz zu stehen.An keinem Arbeitsplatz hätten sie davon erfahren, jemand anderen von seinem (Teilzeit)Arbeitsplatz verdrängt zu haben – ganz im Gegenteil: man ist sich dessen auch bewusst, dass die unregelmäßigen Arbeitszeiten, zu denen man oft wegen des Studiums gezwungen ist, ein Wohlwollen des Dienstgebers erfordern. In Ungarn jedoch bringen Studierende ihrem Dienstgeber sehrwohl Vorteile: sie sind bereits versichert, und der Arbeitgeber „erspart“ sich für sie diese Abgaben. Arbeitskräfteüberlasser als Arbeitsplatzvermittler sind nur in Ungarn Thema für StudentInnen. In Österreich nicht, obwohl es spezielle Anbieter gäbe.

Problematischer Hang zu Überqualifizierung in Ungarn
Eine Tendenz ist in Ungarn unter Studierenden zu beobachten: es besteht ein aus Sicht der Arbeitsmarktverwaltungen problematischer Hang zur Überqualifizierung – diese erhöht vermeintlich die Arbeitsmarktchancen, führt jedoch zu langen Ausbildungszeiten mit begrenzter Praxiserfahrung und „Desorientierung“ bzw. Problemen bei der Vermittlung.

Weitere Informationen: Mag. Barbara Maca (Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement), M: +43 676 81220555, E: b.maca@industrieviertel.at www.netlab-online.eu

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