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Praxis-Check soll für weiblichen Fachkräfte-Nachwuchs in technischen Berufen sorgen

Praxis-Check soll für weiblichen Fachkräfte-Nachwuchs in technischen Berufen sorgen

Am 12. Mai 2014 hatten 11 Mädchen der 3. Klassen der HS Aspang die Chance, technische Berufe praxisbezogen und vermittelt durch im Beruf erfahrene Frauen kennen zu lernen. Der Leiter der Lehrlingsausbildung der Fa. Wopfinger Stein und Kalkwerke, Karl Postl, organisierte einen Stationsbetrieb wo gelötet, gehämmert und Gewinde gebohrt wurde. Außerdem wurde den Schülerinnen die Funktionsweise der Pneumatik vermittelt. Drei Technikerinnen erklärten ihre Arbeit, den Ablauf im Betrieb und standen den Mädchen für Fragen zur Verfügung. Die häufigste war: warum hast du dich für einen technischen Beruf entschieden?

„Coole“ Kathi als motivierendes Vorbild

Berufsorientierung wird in der HS Aspang groß geschrieben, und die zuständige Lehrkraft, Frau Gertraude Taschek, ist ständig bemüht, den Mädchen und Burschen viel Wissen über die Berufswelt und ihre Möglichkeiten zu vermitteln. So war sie sofort bereit, bei der Maßnahme „Check it out, girls!“ des EU-Projektes Femcoop mitzumachen, im Rahmen derer die Schülerinnen in 3 Schritten auf technische Berufe als gute Option für ihre Zukunft aufmerksam gemacht werden: zunächst im Rahmen eines Stärken-Workshops, durchgeführt durch Regina Link, BIZ-Mitarbeiterin des Arbeitsmarktservice Neunkirchen – dann durch die Betriebserkundung mit Role-Model-Unterstützung – und zuletzt im Rahmen einer Reflexionsphase und Nachbesprechung in der Schule.

„Die Kathi ist schon cool,“ waren sich die Mädchen schnell einig. Katharina Fürnschuss hat eine der Stationen betreut, eine jungen Frau, im ersten Lehrjahr als Metalltechnikerin lernt: „Für mich ist nichts Anderes in Frage gekommen. Ich wollte nicht länger in die Schule gehen und viel Allgemeines lernen, sondern Konkretes. Und da ich mich immer schon für Handwerkliches interessiert habe, immer gerne etwas Technisches gebaut habe, habe ich mir hier eine Lehrstelle gesucht.“ Ihre Kollegin Gabi Taschek, ist seit 35 Jahren in der Wopfinger AG tätig und erzählt schmunzelnd: „Damals war das der einzige Betrieb, der mich als weiblichen Lehrling für einen technischen Beruf überhaupt genommen hat!“

Die Lehrwerkstätte der Fa. Wopfinger befindet sich in der Instandhaltung. „Wir sind die Feuerwehr im Betrieb,“ erklärt Postl: „Wenn etwas kaputt geht oder aber neue Maschinen benötigt werden, so kommt unsere Abteilung zum Einsatz.“ Aus diesem Grund werden auch die Berufe ElektrotechnikerIn mit Hauptmodul Anlagen- und Betriebstechnik, MetalltechnikerIn mit Hauptmodul Maschinenbautechnik und BaumaschinentechnikerIn in der Wopfinger AG ausgebildet.

Technische Berufe auch als Bürojob möglich

„Bitte, Mädels, tut euch selbst einen Gefallen und entscheidet möglichst bald zumindest, ob ihr euch für einen technischen oder kaufmännischen Beruf interessiert. Denn wenn ihr einmal in einer HAK seid, und dann doch in den technischen Bereich gehen wollt, habt ihr Zeit verloren, weil ihr dort kein technisches Zeichnen oder Ähnliches gehabt habt,“ gibt Postl den Mädchen gleich zu Beginn einen wichtigen Tipp.

Drei der Mädchen der HS Aspang kamen schon mit großem Interesse für technische Berufe zur Betriebserkundung: „Ich mag technisches Werken in der Schule eigentlich am Liebsten, und daher möchte ich sehen, was man mit so einem Intersse einmal machen kann,“ meinte eine. Für jene, die sich zwar für technische Berufe interessieren, aber doch lieber im Büro arbeiten möchten, war der Rundgang durch die Instandhaltung ein wichtiges „AHA“-Erlebnis. Denn dort sind FacharbeiterInnen auch hinter dem Schreibtisch tätig und arbeiten nach einer Spezialisierung im Anschluss an den Lehrabschluss etwa als ProgrammiererInnen in der Automatisierung, im Management der Instandhaltung,…

Organisiert wurde diese Betriebserkundung im Rahmen der Berufsorientierungsmaßnahme „Check it out, Girls!“ durch das EU-Projekt Femcoop des Regionalverbandes Industrieviertel-Projektmanagement, das zum Ziel hat, Mädchen auf technische Berufe als vielversprechende Option für ihre Zukunft aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen: Mag. Barbara Maca (Regionalverband Industrieviertel-Projektmanagement), T: +43 676 81220555, E: b.maca@industrieviertel.at, www.femcoop.net

Das Projekt Femcoop wird im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Kooperation ÖSTERREICH-UNGARN 2007-2013, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, das Land Steiermark, den Regionalverband Industrieviertel, die Wirtschaftskammer NÖ, die Industriellenvereinigung NÖ und Ungarn gefördert.

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