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MEHR UM DIE JUGEND BEMÜHEN!

MEHR UM DIE JUGEND BEMÜHEN!

Im Rahmen einer bilateralen Konferenz von „Netlab – Partnerschaft für den Arbeitsmarkt in der Region“ am 19. Juni in Oslip wurde klar: Der Fachkräftemangel sollte aus den eigenen Reihen gedeckt werden – und es braucht dafür ein ganzes Paket an Maßnahmen, denn die Zahl der Unternehmen, die ihre Lehrlinge selbst ausbilden, ist seit Jahren rückläufig.

„Unternehmen müssen wieder mehr Lehrlinge selbst ausbilden. Jugendliche brauchen oft einfach nur mehr Zeit und Unterstützung für einen positiven Lehrabschluss. Gemeinden müssen sich zusammenschließen um gemeinsam als attraktiver Lebensort zu punkten! Berufsorientierung muss ein Pflichtfach in der Lehrerausbildung werden“, diese Forderungen stellten ExpertInnen aus den Bereichen Schule, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Regionalentwicklung bei der österreichisch-ungarischen Fachkonferenz „Im Kampf um die besten Hände und Köpfe“ im Rahmen des EU-Projektes NetLab* am 19. Juni in Oslip (Cselley Mühle).

Fachkräfte – hoch qualifizierte, wie ausgelernte FacharbeiterInnen – sind umkämpfte Mangelware. „Speziell in ländlichen Regionen ist durch die demografischen Entwicklungen ein Arbeitskräftemangel zu erwarten,“ warnt Mag.a Cornelia Krajasits vom ÖIR-Projekthaus in ihrem Einleitungsreferat. Doch anstatt Headhunter international auf die Jagd nach den besten Händen und Köpfen zu schicken, wäre es zukunftsträchtiger den Bedarf aus der eigenen Region abzudecken.

Jugend motivieren und fördern
Wie kann gegen gesteuert werden? Zum Beispiel, indem man die Jugend entsprechend motiviert und fördert. „75.000 Jugendliche in Österreich sind nirgends erfasst“, gibt Günter Kastner von der Arbeiterkammer NÖ zu bedenken: „Niemand weiß, was sie machen: sie sind nicht arbeitslos gemeldet, nicht in einer Schule, arbeiten aber auch nicht.“ Ein Beispiel, wie nachlässig mit der „Ressource“ Jugend umgegangen wird.
Auch in der Berufsorientierung gibt es noch Handlungsbedarf: Sie sollte früher ansetzen, die Eltern stärker mit einbeziehen, und vor allem auch „sollte sie in der Ausbildung der LehrerInnen ein Pflichtfach sein“, so Christl Nagl-Eder vom Landesschulrat für NÖ.

Unternehmen müssen aktiv werden
Die Zahl der Unternehmen, die ihre Lehrlinge selbst ausbilden, ist seit Jahren rückläufig. Mag. Michael Gassner von der Wirtschaftskammer NÖ weist darauf hin: „Unternehmen werden sich in Zukunft um Lehrlinge bewerben müssen. Sie müssen aktiv hinausgehen, sich als guter Dienstgeber positionieren, und schauen, dass sie ihre benötigten Lehrlinge bekommen. Denn Schulen und Betriebe stehen im Konkurrenzkampf um Jugendliche.“

Gemeinden müssen sich zusammenschließen – und als Region bewerben
Auf einen wichtigen Punkt wiesen Mag.a Cornelia Krajasits vom ÖIR-Projekthaus und Mag.a Alexandra David vom Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen/Deutschland hin: Gemeinden müssen kooperieren, Regionen ihre Stärken fördern. „Dort, wo man lebt, möchte man auch gerne bleiben“, weiß David aus eigenen Studien, „Und, was ist den Menschen wichtig: man braucht einen Job, Karrierechancen, möchte wo leben, wo die Gesellschaft offen ist und tolerant, braucht Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulinfrastruktur, das Leben sollte nicht zu viel kosten. Die Region muss ein Image entwickeln und das gut vermarkten.“ Die Betonung liegt auf Region. Auch Krajasits weist darauf hin, dass Gemeinden als Einzelkämpfer selten erfolgreich seien: „Gemeinsam haben sie mehr Stärken, die sie herausarbeiten, verbessern und vermarkten können. Denn gerade ländliche Regionen konkurrieren mit Ballungszentren um Fachkräfte.“

Weitere Informationen über die Veranstaltung (Präsentationen, Fotos, Programm…) finden Sie unter www.netlab-online.eu (Bereich News).
Ihre Kontaktperson:
Mag.a Barbara Maca
Regionaler Entwicklungsverband Industrieviertel-Projektmanagement
0676 81220555
b.maca@industriviertel.at
www.netlab-online.eu www.industrieviertel.at

*Die Veranstaltung wurde organisiert durch den Regionalen Entwicklungsverband Industrieviertel im Rahmen des Projektes „NetLab“ (Network for Labourmarket Cooperation AT-HU), das durch das Programm zur grenzüberschreitenden Kooperation Österreich-Ungarn 2007-2013, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, und die Republik Ungarn finanziert wird.

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